Ausgaben 2016

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TextArt 01/2016

Leseprobe:

Christiane Sadlo alias Inga Lindström

„Wer fürs Fernsehen schreiben möchte, sollte hin und wieder fernsehen.“

Von: Ute Stephanie Mansion

Ihr schwedisches Pseudonym kennen viele Zuschauer vom sonntäglichen Fernsehabend. Denn Christiane Sadlo ist eine der erfolgreichsten deutschen Drehbuchautorinnen. Aus ihrer Feder stammen zahlreiche Bücher für Fernsehfilme und -serien. Die bekannteste ist die ZDF-Reihe „Inga Lindström“: Liebesgeschichten, die an malerischen Orten in Schweden spielen. Die Geschichten kommen leicht daher, doch es steckt viel Arbeit dahinter. Christiane Sadlo weiß um die Anforderungen des Drehbuchschreibens und sie kennt das Geschäft.

Erfahrung und Erfolg

Echte Rosen blühen in kleinen Vasen auf den Tischen. Um die Tische herum stehen weiße und braune Holzstühle. Die Stehleuchten haben Lampenschirme aus Korbgeflecht. Es sieht ein bisschen nach schwedischem Möbelhaus aus im „Café Alpenstueck“ in Berlin-Mitte. Und um Schweden soll es unter anderem auch gehen beim Interview mit Christiane Sadlo: Sie schreibt die Drehbücher zur Inga-Lindström-Reihe im ZDF. Eine Liebesgeschichte steht im Mittelpunkt jeder einzelnen der in sich geschlossenen Folgen. Eine Frau und ein Mann lernen sich kennen, aber bevor sie zueinander finden, gibt es allerlei Konflikte, Missverständnisse und dramatische Wendungen. Alle Geschichten spielen in Schweden und werden dort an Originalschauplätzen in der Provinz Södermanland südlich von Stockholm gedreht. Sechs bis acht Millionen Fernsehzuschauer sind dabei, wenn an glitzernden Seen, in idyllischen Gärten und gemütlich eingerichteten Häusern gestritten und geliebt wird. Manche behaupten, die schöne Landschaft sei der Hauptgrund, warum sie die Geschichten sehen.

Christiane Sadlo kommt mit energischen Schritten an den Tisch, vor ihr trabt ein weiß-braun-gefleckter Terrier. Sie bestellt einen Earl Grey und erzählt: von den Erfolgen und Mühen einer Drehbuchautorin, von Schweden, Berlin und George Clooney.

Eine erfolgreiche Drehbuchautorin war Christiane Sadlo schon, als ein ZDF-Redakteur ihr vorschlug, etwas für die Herzkino-Reihe am Sonntagabend zu entwickeln. Keineswegs war es so, stellt sie klar, dass es bereits Inga-Lindström-Romane von ihr gab, bevor die Reihe 2003 startete. Ihr erster Roman „Das Haus in den Schären“ entstand erst, nachdem „Inga Lindström“ bereits einige Jahre lief. Den Vornamen Inga hat sie sich übrigens von einem der „Kinder aus Bullerbü“ aus den Astrid-Lindgren-Büchern geliehen.

Zwar gibt es zu jeder Inga-Lindström-Folge einen Roman, doch den schreibt nicht die Frau hinter dem Pseudonym, also Christiane Sadlo, sondern dahinter steckt ein Team von Autoren, die das Buch nach dem von ihr geschriebenen Drehbuch verfassen. Nur einmal habe sie auch das Buch zum Film geschrieben, erzählt Sadlo. „Wenn ich ein Drehbuch geschrieben habe und soll dazu noch den Roman schreiben – also langweiliger geht’s ja wirklich nicht“, sagt sie und lacht. Außerdem bekomme man nicht viel Geld dafür und stehe sehr unter Druck. Als Erfolgsautorin kann sie es sich leisten, auf das Schreiben der „Bücher zum Film“ zu verzichten. Und die im Nachhinein entstandenen Romane liest sie auch nicht. „Ich habe den Film geschrieben, da ist was draus geworden und gut ist“, sagt sie entschieden.

Diese Entschiedenheit klingt in all ihren Antworten durch. Die Frau weiß, was sie erreicht hat und was sie will. Dennoch lacht sie oft und gerne während des Gesprächs und ist zuweilen auch selbstironisch.

Das vollständige Porträt über Inga Lindström lesen Sie in TextArt 1-2016.

 

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