Ausgaben 2014

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TextArt 03/2014

Leseprobe:

Tweets, Posts und Likes

Social Media für Autorinnen und Autoren

Von: Eva-Maria Glagau

Ohne geht es nicht mehr: Netzwerken in den sozialen Plattformen ist ein Muss für alle, die schreiben – und ihr Buch veröffentlichen und verkaufen wollen. Theoretisch können Millionen von Menschen über die sogenannten sozialen Netzwerke erreicht werden: Wenn Facebook ein Land wäre, wäre es die drittgrößte Nation der Welt. In Deutschland ist Facebook immer noch die Nummer 1 im Web 2.0. Hier lässt sich viel bewegen: auch für Autoren. Doch was muss beachtet – und was gepostet werden? Gibt es noch andere Netzwerke, in denen Schriftsteller aktiv sein sollten? Unsere Autorin Eva-Maria Glagau legt den Schwerpunkt auf die beiden großen Plattformen Facebook und Twitter und zeigt, wie sie von Autorinnen und Autoren genutzt werden können.

An Facebook scheiden sich die Geister, auch wenn es um den Einsatz für berufliche Zwecke geht. Für die einen ist es eine unkomplizierte Art, Kontakte aufzubauen und zu nutzen, um sich und ihr Buch selbst zu vermarkten. Die anderen scheuen sich: Zusätzlicher Arbeitsaufwand und die Frage, inwieweit die Öffentlichkeit über womöglich persönliche Angelegenheiten des Autors unterrichtet werden sollte, schrecken ab. Der Gedanke, mit der Einrichtung eines Facebook-Profils selber gezielt Marketing betreiben zu können, wird oftmals als zu profit-orientiert verworfen. Welche Variante gewählt wird, ob ein Autor Facebook nutzt oder nicht, hat auch mit dem Selbstbild zu tun: Bin ich jemand, der seine Arbeit als einsame Schreibtischarbeit definiert, oder sehe ich Eigenmarketing als Baustein der Akquise und Erfolgsfaktor für mehr Öffentlichkeit?

Doch für die meisten stellt sich nicht mehr die Frage, ob sie Social Media nutzen sollen, sondern wie sie dies tun können. Denn wer als Autor erfolgreich sein will, kommt um Eigenmarketing nicht mehr herum. Dessen Ziel ist die stärkere Bindung von Leserinnen und Lesern, das Gewinnen einer neuen Leserschaft. Wer Bücher veröffentlicht, will gehört werden – und darf die Verkaufszahlen auch nicht ganz aus den Augen verlieren.

Facebook-Strategie entwickeln

Welche Möglichkeiten bieten Facebook und andere Social-Media-Plattformen? Die Teilnahme an Social Media ist Teil einer Kommunikationsstrategie. Nirgendwo sonst kann man so schnell in direkten Kontakt kommen und in den Dialog mit Leserinnen und Lesern treten. Doch es reicht nicht aus, gelegentlich witzige Posts und schöne Fotos einzustellen oder Gewinnspiele zu veranstalten. Es gilt, genau definierte Ziele zu verwirklichen. Die Definition dieser Ziele ist mit Arbeitsaufwand verbunden, es ist erforderlich, eine Strategie zu entwickeln. Der Aufwand lohnt, denn nur so ist es möglich, langfristig zeitsparend und effektiv mit den neuen Medien zu arbeiten. Insbesondere, wenn man mit den neuen Medien nicht schlafwandlerisch vertraut ist, ist es entlastend, sich mithilfe eines Strategieplans ein Stück festen Boden im digitalen Netz zurückzuholen.

Wer will was wissen?

Die Analyse der Erwartungen Ihrer Leserinnen und Leser ist ein erster wichtiger Schritt. Was ist aus der Sicht meiner Leser interessant? Welche Informationen sucht mein Publikum? Es geht darum, Verbindung aufzubauen und aufrechtzuerhalten. Denn der Austausch mit Lesern kann sehr wertvoll sein.
Trotzdem wird hier einigen schon unbehaglich: Bücher schreiben ist eine Sache, aber in den sozialen Medien Marketing betreiben? Zweifel sind durchaus angebracht: Wird die Leserschaft für kommerzielle Zwecke missbraucht? Das liegt in Ihrer Hand. Denn Sie bestimmen, wie Sie Ihren Außenauftritt gestalten, was Sie posten und wie Sie in Dialog mit Ihren Lesern treten.

Facebook-Themen finden

Kommunizieren Sie so, dass Sie Interesse wecken – aber verbiegen Sie sich nicht. Denn gerade in den sozialen Netzwerken wird Authentizität erwartet. Welche Themen können Sie sich vorstellen, was möchten Sie preisgeben – etwa vom Entstehungsprozesses Ihres Buches? Vielleicht, wann und wo Sie auf die Idee für den neuen Plot gekommen sind? Gab es eine Initialzündung oder ist die Idee lange gereift? Benötigen Sie eine besondere Umgebung, um kreativ zu sein? Wie sieht eigentlich Ihr Schreibtisch aus? Kämpfen Sie (auch am Computer) mit der Angst vor dem „weißen Blatt“? Was tun Sie dagegen? Wo spielt Ihr Buch? Gibt es eine lustige Episode zu erzählen, oder – je nach Genre – können Sie Spannung in Ihrem Post anheizen? Vielleicht haben Sie sogar Lust, Ihre Hauptfigur sprechen zu lassen? – Sie glauben, das interessiert keinen Menschen?

Den gesamten Artikel lesen Sie in Ausgabe 3-2014 von TextArt.

 

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